Posadas Ecoturisticas: Vom Koka-Anbau zum Ökotourismus

Jeder der Kolumbien bereist, kann den Wandel, in dem sich das Land befindet, spüren. Aber nur an einigen wenigen Orten ist dieser Umbruch für Reisende wirklich fassbar. Ein Beispiel ist das Projekt Posadas Ecoturisticas San Rafael.

Ungefähr 400 Meter vom Eingang zum Parque Tayrona entfernt, liegt ein kleine Hotelanlage mit sieben verschiedenen Cabanas (einfache Hütten, mit eigenem Badezimmer), welche von ehemalligen Kokabauern in einer Kooperative betrieben wird. Insgesamt arbeiten sieben Familien in dem Projekt mit, welches vor fast 20 Jahren gegründet wurde und zum Ziel hat, ehemaligen Kokabauern eine wirtschaftliche Alternative im Tourismus zu bieten.

Durch die beteiligten Familien fühlt man sich eher zu Gast bei einer Grossfamilie, also in einer anoymen Hotelanlage.

Ab sofort bieten wir allen Reisenden unserer Kolumbien Rundreise (15 Tage), die Möglichkeit, statt in dem Hängemattencamp, auch eine Nacht in dem Projekt zu verbringen und dieses kennen zu lernen.

Bitte beachte: wenn du dich für eine Übernachtung in der Posada ausserhalb vom Parque entscheidest, musst du den Rückweg so antreten, dass du um 17 Uhr am Haupteingang El Zaino zurück bist. Der Park schliesst um 17 Uhr. Bitte plane folgende Zeiten für den Rückweg ein:

 

  • Cabo San Juan - La Piscina: zu Fuss ca. 40 Minuten
  • La Piscina - Arrecifes (Hängemattencamp): zu Fuss 15 Minuten
  • Arrecifes (Hängemattencamp) - Carneval (Parkplatz): zu Fuss ca. 1 Stunde, mit dem Pferd 30 Minuten (20.000 COL)
  • Carneval (Parkplatz) - El Zaino (Haupteingang): 7 km mit dem Shuttlebus (2.000 COL)
  • El Zaino - Posada Turistico: 400 Meter

Hier die ganze Geschichte der Posadas Ecoturisticas San Rafael:

Kolumbien hat sich in den letzten Jahrzehnten einen unglaublichen Wandel von einem der gefährlichsten Länder der Welt hin zu einem neuen Hotspot für Touristen gemausert. Die einzigartige Vielfalt an unberührten und wunderschönen Landschaften, schmucken Kolonialdörfer, aufstrebenden Metropolen, schneeweißen Sandstränden und den freundlichsten Menschen der Welt lockt immer mehr Reisende in das artenreiche Land im Norden von Südamerika. Nach dem Friedensvertrag mit den FARC-Rebellen stellt eine Reise nach Kolumbien heute kein größeres Risiko als jede andere Fernreise mehr da. Leider gibt es in Kolumbien aber immer noch zahlreiche gesellschaftliche Probleme, von denen Reisende zwar so gut wie nie betroffen sind, jedoch negative Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt haben. Viele dieser Probleme haben heute mit dem illegalen Anbau der Kokapflanze zu tun, aus der die Droge Kokain hergestellt wird. Der Kokaanbau trägt einerseits zur Zerstörung von Wäldern bei und führt andererseits zu einer gesellschaftlichen Isolation der oft mittellosen Bauern, die in die Fänge der skrupellosen Drogenkartelle geraten sind.

Gesellschaftliche Integration und Naturschutz

Auf Reaktion auf diese Entwicklung, wurde 2005 die Non-Profit-Organisation ENSOLMEC gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, mittellose Kokabauern von diesem illegalen und gefährlichen Wirtschaftszweig wegzuholen und ihnen durch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Anreize in die Gesellschaft zu integrieren. Hier spielt neben dem nachhaltigen Anbau von Kaffee oder Kakao auch der Ökotourismus eine tragende Rolle. In enger Zusammenarbeit mit der Regierung, privaten Firmen und den Kokabauern selbst, kämpft die Organisation für ein besseres Leben für die Bauern und für die nachhaltige Entwicklung der Region, denn neben der gesellschaftlichen Integration der Kokabauern stellt ENSOLMEC auch den Schutz der Natur in der Sierra Nevada in den Vordergrund.

Viele Familien haben bereits unter anderem mit dem Ökotourismus eine neue Zukunftsperspektive gewinnen können. Außerdem wird den Familien ein Zugang zum Gesundheitssystem sowie zu Bildungseinrichtungen ermöglicht. Außerdem werden Workshops angeboten, die die Familien auf den Schutz der Wälder und der natürlichen Ressourcen sowie auf Nachhaltigkeit sensibilisiert. Während noch vor wenigen Jahren die extrem schädliche Brandrodung von Wäldern Alltag war, rückt der Naturschutz der Bevölkerung immer weiter ins Bewusstsein. Auch die Ausbeutung von Ressourcen und die Nutzung von chemischen Düngemitteln geht dank ENSOLMEC zurück. Bereits jetzt wurden über 500 Hektar illegal gerodeten Waldes in der Sierra Nevada wieder aufgeforstet. Darüber hinaus wird den Bauern auch der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser ans Herz gelegt.

Viele ehemalige Kokabauern haben mittlerweile erkannt, dass eine ehrliche und zukunftsorientierte Arbeit wertvoller ist, als die gefährliche Kooperation mit den Drogenkartells.

2001 wurden in ganz Kolumbien noch 150.000 Hektar für den Anbau von Koka verwendet, in der Sierra Nevada selbst immerhin 865 Hektar. Durch das Projekt ENSOLMEC konnte sich letztere Ziffer bereits sechs Jahre später auf 365 Hektar reduzieren. Innerhalb des Nationalparks wurden 2007 nur noch 94 Hektar für den Anbau von Koka verwendet. Eine Ziffer, die im Vergleich zu 2001 um 71% gesunken ist und weiter sinkt.

Ökotourismus in der Sierra Nevada

Durch die Nähe zum für seine Traumstrände bekannten Nationalpark Parque Tayrona und prähistorischen Stätten wie der Ciudad Perdida, stellt die Sierra Nevada ein ideales Ziel für den Tourismus dar. Um diesen Tourismus nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu gestalten, hat ENSOLMEC in Kooperation mit den ehemaligen Kokabauern mittlerweile zwanzig sogenannte „Posadas“ entlang der Küstenstraße in unmittelbarer Nähe zum Parque Tayrona eröffnet, die von den Familien der Bauern selbst betrieben werden.

 

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